Ursachen

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Schluckbeschwerden können zahlreiche Ursachen haben. Risikofaktor Nummer 1 ist das Alter – zum einen durch altersbedingte Veränderungen des Schlucksystems, zum anderen durch Krankheiten, die verstärkt im Alter auftreten, sowie die damit verbundene Medikamenteneinnahme.

Altersbedingte Ursachen

Der Alterungsprozess bringt eine Reihe von körperlichen Veränderungen mit sich, die auch vor dem Schlucksystem keinen Halt machen. Betroffen sind sämtliche Phasen des Schluckens. Das beginnt schon damit, dass Berührungswahrnehmungen im Mund und dadurch ausgelöste Reflexe schwächer werden, die Speichelproduktion nachlässt, Lippen- und Mundbewegungen ungezielter und die Kieferngelenke steifer werden. Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch erschweren das Kauen und Schlucken zusätzlich. Der Schluckvorgang selber wird durch das schwächere Bindegewebe sowie nachlassende Muskelkraft und Muskelmasse beeinträchtigt. Selbst Änderungen der Körperhaltung beeinflussen das Schlucken.

Erkrankungen des Nervensystems (= Neurologische Erkrankungen)

Die häufigste Ursache für Schluckstörungen sind neurologische Erkrankungen (= Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems) zum Beispiel als Folge eines SchlaganfallsBei mindestens 50 Prozent aller Schlaganfall-Patienten liegt eine Schluckstörung vor., eines Schädel-Hirn-Traumas, einer Hirnhautentzündung, Borreliose, degenerativer Erkrankungen wie Parkinson, ALS (Amyotropher Lateralsklerose), entzündlicher Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Muskelerkrankungen oder DemenzFast die Hälfte aller Demenzkranken leiden an Dysphagie, weil der Mund nicht mehr vollständig geschlossen werden, Speisen und Getränke nicht im Mund behalten und bis hin zum Schluckakt transportiert werden können..

HNO-Erkrankungen (= Strukturelle Erkrankungen)

Häufig sind auch HNO-Erkrankungen für strukturelle Schluckstörungen verantwortlich. Die Ursachen sind vielfältig: Die Beschwerden können nach chirurgischer, radiologischer und chemotherapeutischer Behandlung von Tumoren im Bereich von Hals, Mund und Kopf, der Halswirbelsäule oder der oberen Speiseröhre auftreten.

Übrigens: Auch die altersbedingten Veränderungen zählen zu den strukturellen Erkrankungen.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Viele Arzneimittel können Schluckstörungen auslösen oder verstärken. Dies gilt vor allem für Wirkstoffe, die bei Angst und innerer Unruhe eingesetzt werden, muskelentspannend wirken, das Zentralnervensystem beeinflussen oder Mundtrockenheit zur Folge haben. Bei Patienten, die viele verschiedene Medikamente einnehmen müssen, können sich die Nebenwirkungen addieren.

Medikamente, die Schluckstörungen auslösen oder verstärken können:

  • medikamentePsychopharmaka

  • Beruhigungsmittel

  • Anticholinergika

  • Muskelrelaxantien

  • Blutdrucksenker

  • Antiparkinson-Medikamente

  • Antiepileptika

  • Antidementiva

Quelle: KM Balzer (2000), Drug Induced Dysphagia. Thomas Jefferson University Hospital. Philadelphia